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Wie kann ich einen zusammengefallenen Inliner wieder aufstellen? – Kanalsanierungs Blog

von | Jun 17, 2020 | Blog |

Es kommt vor, dass uns Kunden kontaktieren und sich über einen Mangel am Inliner beschweren: „der hat Beulen“, „es entstehen Wellen“ oder „er ist auf einem Abschnitt zusammengebrochen“ – das hören wir häufig.

Die Antwort:
In 95% der Fälle wurde der Inliner zu kurz ausgehärtet!

Wie kann das passieren?

Zuerst einmal muss die Methode, mit der ausgehärtet wurde, betrachtet werden. Wurde warm oder kalt ausgehärtet?

Die Warmaushärtung beschleunigt das Aushärten natürlich. Dennoch muss auch hier sichergestellt werden, dass die Aushärtezeit eingehalten wird. Dazu sollten IMMER Messungen vorgenommen werden! Und zwar am Rücklauf des Wasser- beziehungsweise Dampfkreislaufs. Wenn der Rücklauf beispielsweise eine Temperatur von 60°C erreicht hat, kann man davon ausgehen, dass im ganzen Inliner 60°C herrschen. Ab diesem Zeitpunkt kann die Aushärtezeit gemessen werden. Mit Dampf kann die benötigte Temperatur im Rücklauf viel schneller erreicht werden als mit Wasser.

Bei der Kaltaushärtung kann davon ausgegangen werden, dass ein Kanal oder ein Rohr in der Erde immer zwischen 12°C und 14°C hat. Dementsprechend kann die Zeit bis zur Entformbarkeit gut abgeschätzt werden.

Für beide Methoden gilt aber, dass an den Stellen, an denen Grundwasserinfiltration herrscht, die Aushärtung immer länger dauert, da diese Stellen vom Grundwasser abgekühlt werden.

Die gute Nachricht: Ein zu kurz ausgehärteter Inliner kann wieder aufgewärmt werden und in die gewünschte Form gebracht werden.

Dazu wird ein Kalibrierschlauch in den mangelhaften Inliner inversiert und wieder ein Heizkreislauf hergestellt. Nun muss der Inliner auf eine höhere Temperatur gebracht werden als die, mit der er vorher ausgehärtet wurde. Die Inversion des Kalibrierschlauches kann mitunter etwas kompliziert werden, da die Verformung des Inliners den Einbau erschwert. Hier empfiehlt sich ein sehr flexibler Stützschlauch wie beispielsweise der AIRBAGLINER®, der anschließend auch mit höchsten Temperaturen beaufschlagt werden kann.

Warum kann man das machen?

Das Epoxidharz hat die Eigenschaft sich wieder „aufweichen“ zu lassen. Die genaue Temperatur, die benötigt wird, richtet sich nach der Temperatur der vorhergegangenen Aushärtung und schwankt von Mal zu Mal. Ist die Temperatur erreicht, muss nur noch genügend Druck auf den Kalibrierschlauch gebracht werden und die Beulen werden weggedrückt. Führt man dieses Verfahren mit warmem Wasser durch, ist es immer gut, wenn der Wasserspiegel in der Trommel sinkt (oder der Druck). Daran merkt ihr, dass sich die Beulen wieder andrücken und im Liner „mehr Platz“ für das Wasser ist.

Wir machen uns hier einen Kennwert der Kunststoffmaterialtechnik zunutze: die Glasübergangstemperatur und/oder die Wärmeformbeständigkeit. Beide Werte werden durch Testmethoden festgestellt und geben an, ab welchem Zeitpunkt das Material wieder weich wird. Um was es sich bei diesen Werten genau handelt, wie sie gemessen werden und wie man sie beeinflussen kann beschreibe ich in einem unserer E-Learning Tutorials auf unserer Online Akademie.

Außerdem zeigen wir den gesamten Vorgang in unserem nächsten Live Stream, schaltet ein!

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